Auf dem Motorrad durch Myanmar, Teil 4: Rund um den Inle-See

In Kooperation mit Discovery Rides

Am dritten Tag unseres Motorrad-Roadtrips in Myanmar erreichten wir das Dorf Nyaungshwe am berühmten Inle-See. Diesmal waren nicht nur mit dem Motorrad unterwegs, sondern auch mit einem Longtail-Boot. Während der drei Tage, die wir am See verbrachten, sahen wir auf dem Wasser gebaute Gemeinden, schwimmende Gärten, riesige Sonnenblumenfelder, ein Dorf voller Tofu und vieles mehr. Leider lernten wir auch die burmesischen Motorrad-Reparaturwerkstätten besser kennen...

Bootstour auf dem Inle-See
Bootstour auf dem Inle-See

Anreise zum Inle-See

Der Weg von unserem letzten Reiseziel, Pindaya, nach Nyaungshwe beträgt etwa 60 Kilometer. Die Fahrt dauerte ohne längere Stopps 1,5 Stunden und der Großteil der Straßen war in sehr gutem Zustand. Wie schon die vergangenen Tage setzten sich die beeindruckenden Ausblicke fort. Der Weg Richtung Inle bestand aus hügeliger Landschaft, Feldern sowie Rot- und Grüntönen, die sich abwechselten.

Bevor wir Nyaungshwe und das Inle-Seegebiet betraten, mussten wir 15 000 Kyat (9,3 Euro) Eintritt bezahlen.

Dorf auf unserem Weg von Pindaya nach Nyaungshwe
Dorf auf unserem Weg von Pindaya nach Nyaungshwe
Hills and valleys along the way from Pindaya to Lake Inle
Hügel und Täler unterwegs

Dorfleben in Nyaungshwe

Der Inle-See ist eine der wichtigsten Touristenattraktionen Myanmars. In Anbetracht dessen waren wir positiv überrascht, als wir in dem Dorf Nyaungshwe am See ankamen. Trotz der verglichen mit anderen Orten in Myanmar hohen Besucherzahlen und vielen Unterkünfte, würden wir den Ort nicht als Touristenfalle bezeichnen, wie wir es erwartet hatten. Die Stimmung im Dorf, umgeben von wunderschöner Natur, war ruhig und entspannt, und man konnte auch Einheimische sehen, die ihren alltäglichen Dingen nachgingen.

Sonnenblumenfelder rund um Nyaungshwe
Sonnenblumenfelder rund um Nyaungshwe
Während unseres Roadtrips um den See, teilten wir die Straße mit vielen Arten von Verkehrsteilnehmern
Während unseres Roadtrips um den See, teilten wir die Straße mit vielen Arten von Verkehrsteilnehmern

Vegetarisches Essen und Besuch eines Weinguts

In Nyaungshwe gibt es eine Vielzahl von Restaurants. Neben traditionellem burmesischem Essen bekommt man hier alles von Pizza bis hin zu günstigen Mojitos. Allerdings hatten wir uns, nachdem wir die Vielfalt der vegetarischen und veganen Gerichte entdeckt haben, mittlerweile in das burmesische Essen verliebt. Trotzdem war es angenehm, zur Abwechslung eine englischsprachige Speisekarte lesen zu können und sich das auszusuchen, wonach uns der Sinn stand.

Wie man anhand der Aussichten auf dem Weg nach Inle schon erahnen kann, gibt es einige Weinbaugebiete rund um den See. Wir besuchten den Red Mountain Estate.

Red Mountain Estate Vineyard
Red Mountain Estate Vineyard

Für 5000 Kyat (etwa 3 Euro) durften wir drei verschiedene Hausweine probieren. Der kalte Sauvignon Blanc im Sonnenuntergang schmeckte traumhaft. Seit unserer Abreise vor etwa 5 Monaten hatten wir nur in Ausnahmefällen Wein bekommen.

Ein großartiger Moment
Ein großartiger Moment

Wären wir klug genug gewesen vorher noch Geld abzuheben, wären wir an diesem Abend wahrscheinlich ziemlich betrunken gewesen... Da ich auch den Wein genießen wollte, ließen wir das Motorrad bei unserem Guesthouse geparkt. Wir fuhren mit einem Tuk-tuk zum Weingut, aber gingen zu Fuß zurück (auch weil wir vergessen hatten, Geld abheben zu gehen). Es war ein gemütlicher einstündiger Spaziergang zurück nach Nyaungshwe.

Bootstour auf dem Inle-See

Anfänglich waren wir unsicher, ob wir überhaupt eine Bootstour machen wollten. Es war eine dieser Sachen, die fast schon unvermeidbar mit einem Besuch des Sees verbunden waren. Obwohl eine Bootsfahrt auf dem See verlockend klang, zweifelten wir, ob dass die ganze Tour nur eine Art Show war, um Touristen zu unterhalten und sie gleichzeitig abzuzocken.

Nachdem wir die Bootstour gemacht haben, empfehlen wir auf jeden Fall eine Fahrt mit dem Boot über den Inle-See. Trotzdem würden wir es das nächste Mal etwas anders machen.

Fischen im traditionellen Stil am Inle-See
Fischen im traditionellen Stil am Inle-See

Auf der Bootstour sahen wir einige traditionelle Fischer, die auf einem Fuß balancierten, während sie mit dem anderen das Boot ruderten. Wir sahen schwimmende Gemüsegärten und ganze Dörfer, die auf Wasser gebaut waren, wobei uns die Dorfbewohner mit einem Lächeln begrüßten. Wir sahen einige Vögel, die über den See flogen und Büffel, die ein Bad nahmen. Und einige Kinder, die uns Küsse von den öffentlichen Booten schickten, die an uns vorbeifuhren. Es war interessant, einen Einblick in das Leben dieser Menschen zu bekommen, die fast eins mit dem See zu sein scheinen. Eine Bootstour war die einzige Möglichkeit, dies zu sehen, und wir sind froh, dass wir sie nicht verpasst haben.

Houses built above water at Lake Inle
Pfahlbauten im Wasser
Vegetable seller on water at Lake Inle
Gemüseverkäufer
In den schwimmenden Gärten werden verschiedene Gemüsesorten angebaut
In den schwimmenden Gärten werden verschiedene Gemüsesorten angebaut

Wir hielten aber auch immer wieder an einigen Attraktionen an, von denen wir die meisten lieber ausgelassen hätten. Die Tempel, die wir besuchten, waren nett und eine Werkstatt, in der Stoffe aus Lotusgewebe hergestellt wurden, war auch recht interessant.

An old wooden temple along our boat tour at Lake Inle
Alter Holztempel
Some yarns at the lotus fabric workshop at Lake Inle
Verschiedene Garne in der Lotus-Stoffwerkstatt

Aber die meisten Orte, an denen wir anhielten, waren eher als Werkstätten getarnte Touristenläden. Der abstoßendste von ihnen war ein "Kunsthandwerkerdorf", in dem einige langhalsige Frauen vom Stamm der Kayan in einer Ecke saßen und so taten, als würden sie Stoffe weben, obwohl klar war, dass sie dort für Touristen saßen, um sie wie Tiere im Zoo anzustarren und Fotos zu machen.

Der beste und günstigste Weg, eine Bootstour, um Inle zu arrangieren, ist, zum Pier zu gehen und direkt mit den Bootsfahrern zu sprechen. Wir haben 8000 Kyat (5 Euro) für eine vierstündige Bootstour mit eigenem Boot bezahlt, was wir für einen sehr vernünftigen Preis hielten. Auf diese Weise ist es auch einfacher, zu besprechen, was man während der Tour machen möchte und was nicht. Wir würden empfehlen, die Werkstätten und andere Attraktionen auszulassen und einfach das Leben am See zu genießen. Die meisten Fahrer werden das wahrscheinlich nur ungerne tun, denn sie wollen Provisionen verdienen.

Vergesst auf keinen Fall, einen Hut und Sonnencreme mitzunehmen!

Motorradfahren rund um den Inle-See

Ein verzögerter Beginn

Inn Dein, manchmal auch als das "Bagan des Shan-Staates" bezeichnet, bekannt für seine alten Tempel, liegt auf der Westseite des Sees, etwa 30 km von Nyaungshwe entfernt. Auf dem Weg dorthin kann man ein Dorf besuchen, das für die Herstellung von Kichererbsen-Tofu bekannt ist, sowie ein Thermalbad. Das klang nach einer perfekten Gelegenheit, den Tag mit einem Roadtrip, um den See zu verbringen. Leider verlief nicht alles wie geplant

Als wir von unserer Unterkunft losfuhren, stellten wir fest, dass unser Hinterreifen platt war - und das, obwohl wir ihn erst vor der Abfahrt aus Pindaya reparieren ließen. So war unser erster Halt eine Motorradwerkstatt. Eigentlich zwei, denn nachdem wir bei der ersten eine halbe Stunde gewartet hatten, kamen wir zu dem Schluss, dass der Besitzer den Tag freigenommen hatte.

Unser Hinterreifen wird zum zweiten Mal repariert
Unser Hinterreifen wird zum zweiten Mal repariert

Nachdem wir einen neuen Schlauch für den Hinterreifen bekommen hatten, folgte bald ein weiteres Hindernis. Die Straße war blockiert. Einige Einheimische mit Motorrollern umgingen die riesige Grube, indem sie mit ihren Rollern seitlich durch den Graben fuhren. Wir trauten uns nicht, das mit der schweren Enfield zu versuchen. Genauso wenig wie ein anderer Motorradfahrer, der auch vor dem Hindernis auftauchte. Stattdessen gab er uns ein Zeichen, dass wir ihm folgen sollten und nahm uns auf eine andere, längere Route mit.

Ein nicht so leicht zu überwindendes Hindernis
Ein nicht so leicht zu überwindendes Hindernis

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits einige Stunden des Tages verloren und beschlossen, die Tempel von Inn Dein auszulassen und direkt zum Dorf Khaung Daing zu fahren.

Das Tofu-Dorf

Das Dorf Khaung Daing ist besser bekannt als Tofu-Dorf. Dort machten wir eine Tour, um zu erfahren, wie die lokale Spezialität, Kichererbsen-Tofu, hergestellt wird! Fast jede Familie des Dorfes stellt Tofu her, neben anderen Lebensmitteln wie gerösteten Sonnenblumenkernen, Sojabohnen, Nüssen oder Zuckerrohrbonbons. Zwischendurch stoppten auch kurz bei einer Reisweinfabrik und bekamen ein Glas zum verkosten.

One of the chickpea tofu factories. In the front there's some ready-made tofu
Herstellung von Kichererbsen-Tofu
Tofu-Snacks bei der Trocknung unter der Sonne
Tofu-Snacks bei der Trocknung unter der Sonne
Frauen des Tofu-Dorfes beim Aussortieren von Bohnen und Saaten
Frauen des Tofu-Dorfes beim Aussortieren von Bohnen und Saaten

Am Ende der Tour probierten wir Kichererbsen-Tofu, der auf drei verschiedene Arten zubereitet wurde. Unser Guide war Herr Zaw, den wir dank der Schilder an der Straße direkt auf der Fahrt ins Dorf fanden. Es gab keinen Preis für die Tour - wir konnten so viel bezahlen, wie wir es für angemessen hielten. Wer uns kennt oder unseren Blog schon länger verfolgt, kann sich wahrscheinlich denken, dass der Besuch des Tofu-Dorfes einer der Höhepunkte unseres Besuchs in Inle war.

Die heiße Quelle von Khaung Daing befindet sich nur wenige Minuten vom Tofu-Dorf entfernt in Richtung Nyaungshwe. Wahrscheinlich wäre dies für uns als Thermenliebhaber ein weiteres Highlight gewesen, aber leider mussten wir auch dieses auslassen. Auf dem Weg dorthin stellten wir fest, dass das Hinterrad schon wieder platt war! Anstatt also den Abend bei den heißen Quellen zu verbringen, verbrachten wir ihn in einer weiteren Motorradwerkstatt.

Schon wieder in die Reparaturwerkstätte

Glücklicherweise gibt es in Myanmar keinen Mangel an Reparaturwerkstätten, so dass wir nicht weit fahren mussten, um eine zu finden. Der Mechaniker sprach kein Englisch, aber ein freundliches Paar aus der Gegend half uns und wir riefen auch bei Discovery Rides an, um Übersetzungshilfe und Meinungen zu bekommen, was wir tun sollten.

Da dies bereits das dritte Mal war, dass wir einen platten Reifen hatten, dachten wir, dass irgendetwas im äußeren Reifen sein musste, das den Schlauch durchstochen hatte. Aber es war immer noch nichts zu finden. Der Mechaniker meinte, dass der "neue Schlauch" schon ein Loch gehabt haben muss. Er bestellte einen neuen Schlauch aus dem Dorf, so dass wir eine Weile warten mussten, aber am Ende bekamen wir den Reifen wieder repariert und konnten unseren Weg fortsetzen.

Dritte Reparatur unseres Hinterreifens

Kleine Hindernisse gehören zu einem Abenteuer dazu, aber trotzdem waren wir mit diesem Thema schon ziemlich fertig. Wir hofften wirklich, dass dies das letzte Mal auf unserem Roadtrip gewesen sein würde, dass wir eine Werkstatt aufsuchen mussten!

Weiter nach Loikaw

Die Gegend um den Inle-See ist wirklich faszinierend und es gibt so viel zu sehen! Wir wären gerne länger geblieben, aber drei Nächte mussten reichen, da wir einen etwas engen Zeitplan hatten. In den nächsten Tagen machten wir noch eine Bootstour, die das komplette Gegenteil von der in Inle war, und besuchten einige der Langhals-Frauen des Kayan-Stammes in ihrem Dorf. Nächstes Ziel: Loikaw!

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2 thoughts on “Myanmar on a motorbike, part 4: Around the Lake Inle”

  1. Vaikka en viiniä juokaan, niin olen tietoinen, että Myanmarissa sitä valmistetaan ja käsittääkseni viinitilojen määrä Aasiassa laajemminkin on kasvamaan päin. Mielenkiinnosta kysyn, että oliko tuo viinitila muuten täysin paikallisten perustama? Vaikutteita varmaan on joka tapauksessa haettu aluksi muualta…

    1. Mekin oltiin jo aiemmin kuultu joistain viinitiloista Aasiassa, mutta tämä oli ensimmäinen, jolla päästiin käymään. En osaa itseasiassa sanoa, kuka tilan on perustanut. Työntekijät vaikuttivat olevan paikallisia ja samoin nettisivujen (https://redmountainestate.com/) mukaan henkilökunta on paikallista. Omistajaa ei sivuilla kerrota, mutta Italiasta ainakin näköjään alkuaikoina on saatu apuja ja viinikasvit on myös tuotu Euroopasta.

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