Von Myanmar nach Thailand über den Landweg - Überquerung der Myawaddy - Mae Sot Grenze

Der Grenzübertritt von Myanmar nach Thailand über die Myawaddy - Mae Sot Grenze sollte der achte internationale Grenzübertritt auf unserer bisherigen Reise über den Landweg nach Asien sein. Es gab öffentliche Verkehrsmittel, die zur Grenze fuhren und es war nicht viel Papierkram erforderlich, daher gingen wir davon aus, dass die Überquerung der Grenze vergleichsweise unkompliziert sein würde. Es verlief auch fast genauso problemlos wie geplant, aber die Reise hatte trotzdem einige Besonderheiten und war keinesfalls langweilig.

Wir hatten noch 10 Tage von unseren burmesischen Visa übrig. Da Myanmar ein sehr interessantes und warmherziges Reiseland war, wären wir auch liebend gerne noch etwas länger dort geblieben. Aber wir hatten ein Treffen mit Johannas Familie in Bangkok vereinbart, auf das wir uns nach den vielen Monaten des Reisens auch schon sehr freuten! Deshalb versuchten wir, so schnell wie möglich und ohne unnötige Zwischenstopps von Yangon nach Bangkok zu kommen.

Busfahrt von Yangon nach Myawaddy (Burmesische Seite der Grenze)

Unser Bus von Yangon nach Myawaddy (die burmesische Seite der Grenze) fuhr um 19.30 Uhr vom Aung Mingalar Busbahnhof in Yangon ab. Der Busbahnhof war weit vom Zentrum entfernt, daher war es war nicht übertrieben, dass das Personal unseres Hostels uns riet, zwei Stunden vor der Abfahrt des Busses mit dem Taxi zu loszufahren.

Der Bus gehörte definitiv zu den gehobeneren, die wir auf dieser Reise bisher hatten! Die Sitze waren groß und bequem und wir bekamen ein paar kleine Snacks beim Einstieg in den Bus. Es gab eine nette Stewardess, die ein traditionelles burmesisches Outfit trug.

Als der Bus den Stadtrand von Yangon verlassen hatte, kam die Stewardess zu uns. Zuerst sagte sie uns sanft, aber bestimmt, dass jetzt Schlafenzeit sei, klappte unsere Sitze zurück und fuhr die Fußstützen am Boden hervor. Danach reichte sie uns zu unserer großen Überraschung ein Plastiktablett, das mit etwas "for good sleep" gefüllt war. Obwohl wir freundlich die fröhlich bunten Schlaftabletten ablehnten, schliefen wir trotzdem gut.

Irgendwann in der Nacht hielten wir an einer großen Tankstelle/Raststätte am Straßenrand. Ich bekam dort überraschenderweise eines der besten Tankstellenessen meines Lebens: ein leckeres indisches Roti-Gericht.

Das wunderbare Tankstellenessen
Das wunderbare Tankstellenessen
Roti in Zubereitung
Roti in Zubereitung

An der Myawaddy Grenze

Die Busfahrt von Yangon nach Myawaddy sollte 10 Stunden dauern, also rechneten wir damit, dass wir gegen 6.30 Uhr morgens ankommen würden. Letztendlich erreichten wir die Grenzstadt wesentlich früher und stiegen um fünf Uhr aus dem Bus in die Dunkelheit.

Wir waren noch nicht direkt an der Grenze, also mussten wir eine Mitfahrgelegenheit dorthin finden. Wieder einmal bekamen wir eine neue Art von Rikscha zu sehen, nämlich ein Motorrad mit einer großen Box für uns und unsere Taschen über dem Vorderrad. Die Fahrt dauerte ein paar Minuten und kostete 1200 Khyat (weniger als ein Euro).

Unsere letzte burmesische Rikschafahrt und wieder eine ganz neue Art von Transport
Unsere letzte burmesische Rikschafahrt und wieder eine ganz neue Art von Transport

Vor dem Grenzübergang wechselten wir unsere letzten Khyat in thailändische Baht bei einer kleinen Wechselstube (aka eine Frau, die an einem kleinen Tisch am Straßenrand sitzt). Normalerweise sind die Wechselkurse an den Grenzen besonders schlecht, aber überraschenderweise bekamen wir hier sogar einen besseren Kurs als das, was uns der Währungsrechner auf unserem Telefon anzeigte!

Überquerung der Grenze von Myanmar nach Thailand

Der Ausreiseprozess auf der burmesischen Seite war unkompliziert. Es gab nur sehr wenige Leute. Wir gingen in ein kleines Büro, füllten einige Papiere aus, lächelten für die Kamera und bekamen die Ausreisestempel.

Hund an der Grenze
Hund an der Grenze

Danach überquerten wir eine Brücke über den Moei-Fluss, der die Grenze zwischen den beiden Ländern markiert.

Die Brücke zwischen Myanmar und Thailand
Die Brücke zwischen Myanmar und Thailand

Auch auf der thailändischen Seite funktionierte alles reibungslos. Wir hatten uns vorhin gefragt, ob wir ein Busticket oder einen „Fakeflug“ aus dem Land buchen hätten sollen, denn grundsätzlich benötigt man bei der Einreise nach Thailand einen Nachweis über die geplante Ausreise. Zum Glück fragte uns niemand danach.

Eine weitere freudige Überraschung war, dass wir die Genehmigung für einen 30-tägigen Aufenthalt in Thailand erhielten. Als finnische und österreichische Staatsbürger brauchten wir für die Einreise nach Thailand kein Visum und wären wir mit dem Flugzeug eingereist, wären 30 Tage Standard gewesen. Aber wir hatten gemischte Informationen über die Länge der Erlaubnis bekommen, wenn wir über eine Landgrenze einreisen - laut einigen Quellen wären es nur 15 Tage gewesen. Daher waren wir sehr froh über die Möglichkeit, einen ganzen Monat in Thailand bleiben zu können.

Während des gesamten Grenzübertritts wurden unsere Taschen kein einziges Mal kontrolliert. Dass wir unsere Rucksäcke nicht aus- und wieder einpacken mussten, machte den Grenzübertritt noch schneller und einfacher.

An der Grenze konnten wir deutlich merken, wie unterschiedlich die beiden Länder mit der sich anbahnenden Coronavirus-Pandemie (Februar 2020) umgehen. Auf der burmesischen Seite gab es überhaupt keine Schilder zu Corona, während auf der thailändischen Seite große Plakate über die Symptome aufklärten, die Angestellten Masken trugen und Handdesinfektion angeboten wurde.

Crossing into Thailand and seeing the first posters about "Wuhan Fever"
Einreise nach Thailand und erste Plakate zum "Wuhan-Fieber"

Von Mae Sot nach Bangkok

Wir hatten versucht, die Busfahrpläne von Mae Sot nach Bangkok im Voraus zu recherchieren, fanden aber nur die Info, dass ein Bus um acht Uhr morgens fährt und die weitere am Abend. Da wir wussten, dass dies ein viel frequentierter Grenzübergang ist, vermuteten wir, dass dies nicht stimmen würde. Allerdings wollten wir nicht bis zum Abend warten, wenn es wirklich keine anderen Busse gab, daher versuchten wir, früh genug am Busbahnhof zu sein, um den 8-Uhr-Bus zu erwischen.

Der Busbahnhof von Mae Sot befindet sich einige Kilometer von der Grenze entfernt. Direkt nach der Grenze wartete bereits ein Songthaew, ein thailändisches Sammeltaxi, auf Fahrgäste. Die Songthaews setzen sich erst in Bewegung, wenn sie voll sind, und bis dahin waren wir die einzigen Fahrgäste. Wir hatten keine Zeit zum Warten, konnten aber seltsamerweise auch kein Tuk-Tuk oder Taxi finden. Zum Glück sah der freundliche Songthaew-Fahrer ein anderes Songthaew von der burmesischen Seite der Grenze kommen und hielt es für uns an. Es war leer, aber anscheinend sowieso auf dem Rückweg nach Mae Sot, daher konnten wir mitfahren und mussten nur je 20 Baht (0,5 e) bezahlen.

Unsere private Songthaew-Fahrt im Morgengrauen zum Busbahnhof von Mae Sot
Unsere private Songthaew-Fahrt im Morgengrauen zum Busbahnhof von Mae Sot

Am Busbahnhof mussten wir einige Zeit warten, bis die Ticketschalter überhaupt öffneten. Wir bekamen die Tickets für den ersten Bus, der um acht Uhr abfuhr, aber wie wir uns gedacht hatten, fuhren nach diesem, auch noch mehrere andere Morgenbusse.

Wir haben den ersten Bus am Morgen erwischt
Wir haben den ersten Bus am Morgen erwischt

Auf dem Weg nach Bangkok

Auch wenn wir es nicht für möglich gehalten hätten, war dieser Bus noch schicker als der vorherige. Die Sitze waren wie ein Thron und hatten sogar eine Massagefunktion! Auf der Busfahrt bekamen wir zwar keine kostenlosen Pillen angeboten, dafür aber eine nette kleine Lunchbox.

Die wunderbare Überraschungs-Lunchbox
Die wunderbare Überraschungs-Lunchbox
Anleitung für den Sitz
Anleitung für den Sitz

Auf dem Weg hielten wir an einem Food Court und es stellte sich heraus, dass unser Ticket eine kostenlose Mahlzeit beinhaltete! Eine nette Überraschung, auch wenn die Veggie-Optionen dort fast nicht existent waren. Während dieser Pause hatten wir Zeit, unsere Umgebung zu beobachten. Es fühlte sich seltsam an, wie anders alles von den Menschen bis zum Essen bereits war, obwohl wir weniger als tausend Kilometer gereist waren. Aber so sehr uns Myanmar gefallen hatte, fühlte sich wunderbar und aufregend an, in Thailand zu sein!

Wir kamen in Bangkok am Nachmittag, etwa 21 Stunden nach der Abfahrt aus Yangon, an. Dank der einfachen Grenzüberquerung und der grandiosen Busse fühlten wir uns nicht einmal besonders müde! Nach unserer Ankunft bereiteten wir uns auf ein Abendessen mit Johannas Familie vor und darauf, gemeinsam einen schönen Urlaub in einer unserer Lieblingsstädte zu verbringen - um eine kleine Auszeit vom Reisen zu nehmen.

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